Schulraumprovisorium Primarschule Gönhard; Baukredit – Votum für die FDP-Fraktion an der Einwohnerratssitzung vom 11. Mai 2026

Seit meiner Zeit im «Göni» hat sich einiges verändert. Wir haben es schon gehört: Trotz früherer Erweiterungen sind die Platzverhältnisse im Göni heute prekär und die Kapazitäten überlastet. Der Handlungsbedarf ist klar ausgewiesen.
Und doch haben sich in diesem Geschäft bei uns in der Fraktion diverse Fragen gestellt, welche auch in der Diskussion teilweise schon angesprochen wurden:

1) Dass mit dem vorliegenden Projekt weitere Teile der Göni-Wiese geopfert werden, ist schmerzhaft. Klar, hat man deshalb nach alternativen Standorten gesucht.

Wir haben es schon gehört im FGPK-Votum, im Schachen hätte es momentan zwar gerade Platz, aber diese werden schon bald wieder für Förder- und Einschulungsklassen gebraucht. Und das unterstützen wir natürlich.
Ein Provisorium im Aeschbachquartier sei auch nicht möglich wegen fehlendem Land, fehlender Halle und fehlenden Nebenräumen.
Was Torfeld Nord und Süd betrifft, verweise ich gerne auf das schon Gesagte, da braucht es offenbar noch viel Geduld. Wir hoffen, dass die Planung des Schulraums im Torfeld Süd und Nord bald mal Fahrt aufnimmt, damit das Göni nicht für lange Zeit die ganzen Steigerungen alleine stemmen muss.

2) Neben dem «wo» stellt sich auch die Frage des «wie lange»: Das Provisorium im Göni wird, wie wir gehört haben, wahrscheinlich nicht nur 10 Jahre, sondern einiges länger halten müssen.
Rückblickend kann man sich fragen, ob man dann nicht von Anfang an anders hätte planen müssen und Optionen, wie einen Anbau an bestehende neuere Gebäude prüfen müssen anstatt die Gönhard-Güter anzuschauen. Beispielsweise hätte eine Aufstockung der Aula allenfalls eine Option sein können. Mit dem Wegfall des Chinzgi müsste der Zugang gemäss meinen Informationen auch nicht mehr zwingend ebenerdig sein. Ob das mit Statik und Denkmalschutz vereinbar wäre, wäre natürlich im Detail zu prüfen gewesen. Man hätte das Ganze von Anfang an etwas anders anschauen können, wenn man gewusst hätte, dass es eher eine langfristige Nutzung als ein kurzfristiges Provisorium geben wird und so vielleicht andere, ggfs. bessere Optionen prüfen können.

3) Mit der weiteren Reduktion von verfügbarer Wiesenfläche, stellt sich die Frage des genügenden Aussenraums:
a. Reicht der Aussenraum denn noch für die Schulkinder?
b. Könnte man das Provisorium allenfalls etwas optimaler platzieren?
Was die Wiese betrifft, reicht es offenbar, wenn pro Schulkind 20 Quadratmeter Aussenraum zur Verfügung stehen und da wären wir immer noch drüber mit dem Provisorium.

Eine Platzierung auf dem Parkplatz geht nicht, das hat Lea Naon im FGPK-Votum begründet. Was eventuell noch eine Option hätte sein können, wäre, dass man das Gebäude einfach ein paar Meter nach Westen in den Betonpausenplatz verschoben hätte und so gezielt etwas mehr von der Wiese hätte erhalten können.
Das würde gemäss Verwaltung dann aber wieder neue Risiken bei der Baubewilligung mit sich bringen, weil man da näher am Bestandesbau wäre, namentlich wegen Denkmalschutz und Brandschutz. Zudem führe jede weitere Abklärung auch zu weiteren Kosten. Trotzdem hätte ich es begrüsst, wenn man diese Option im Rahmen des Projekts auch noch angeschaut hätte, um noch etwas mehr von der Wiese zu erhalten.

4) Dann zur Frage des Baugesuchs, welche mit dem Antrag Naon zu Recht adressiert wird: Wieso reicht man vorsorglich ein Baugesuch für ein Primarschul- und Chinzgi-Provisorium ein, wenn man nur etwas davon realisieren möchte und es weder zeitlich noch finanziell einen grossen Unterschied macht?
Da schliessen wir uns dem Antrag Naon an, es ist auch aus unserer Sicht sehr zweifelhaft, ob es sich wirklich lohnt, ein Baugesuch für Primarschule und Chinzgi einzureichen. Wenn es so weit wäre, bräuchte es sowieso eine neue Vorlage. In diesem Sinne unterstützen wir den Antrag Naon.

5) Jetzt komme ich zum Antrag Spiess:
Wir als Fraktion unterstützen auf jeden Fall, dass die begrenzte Wiesenfläche effektiv genutzt und bespielt werden kann. Wir sehen die von Dimitri Spiess erwähnten Vorteile einer Drainage ebenso. Aus unserer Sicht wäre dies auch im Rahmen des Kredits möglich gewesen, mit dem Verzicht auf die Chinzgi-Baubewilligung und Ausreizung von Reserven. Doch wir werden auch den Antrag Spiess unterstützen, damit es sicher klappt.

6) Letzte Frage bzw. Punkt, der uns beschäftigt hat, sind diese Modulbauten.
Es nervt uns schon ziemlich, dass die Modulbauten seit Jahren bei Bauprojekten «gehyped» werden, später dann aber für kaum mehr andere Nutzungen in der Stadt brauchbar sind. Einerseits weil uns das Beschaffungsrecht in dieser Beziehung einschränkt und andererseits weil jedes Projekt auch wieder ein – teurer – Einzelfall ist. Wir bedauern, dass uns der «Zauber» dieser Modulbauten in der Realität nur sehr begrenzt weiterhilft.
Weil Alternativen aber auch nicht viel günstiger sind, lohnt es sich nicht, alles nochmals neu zu planen. Zudem würden wir so nur unnötig Zeit verlieren.

Insgesamt beurteilen wir das Schulraumprovisorium trotz einigen Fragezeichen und kritischen Hinweisen positiv, weil der Bedarf klar gegeben ist und weil sich der eine oder andere offene Punkt doch noch hat klären lassen.

Wichtig ist, dass sich die prekären Platzverhältnisse im Göni rasch verbessern und der Schulbetrieb in optimalem Umfeld stattfinden kann.
Die FDP-Fraktion wird das Geschäft einstimmig unterstützen. Die Anträge Spiess und Naon unterstützen wir ebenfalls.

Ich schliesse mit einem Dank für den Einsatz bei allen Beteiligten und bedanke mich für die Aufmerksamkeit.

Benjamin Böhler, Einwohnerrat